Bidirektionale Wallboxen – Mit diesen Ladestationen machen Sie Ihre E-Auto zu einem Stromspeicher

Mit einer bidirektionalen Wallbox wird Ihr Fahrzeug zum heimischen Energiespeicher. Sie können damit nicht nur Ihr E-Fahrzeug laden, sondern auch Strom aus dem Fahrzeug im Haus nutzen. Bidirektional bedeutet also, dass der Strom über die Wallbox in zwei Richtungen fließen kann: Vom Haus ins Fahrzeug und, falls gewünscht, auch wieder zurück ins Haus. Wie das genau funktioniert, und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, lesen Sie hier. Außerdem verraten wir Ihnen, mit welchen Wallboxen bidirektionales Laden funktioniert, wieviel diese kosten und wo Sie diese kaufen können.

Den Fahrzeugakku als Hausspeicher nutzen

Mit einer bidirektionalen Ladestation machen Sie aus der Batterie Ihres E-Fahrzeugs einen vollwertigen Hausakku. Die Funktionsweise ist einfach: Die Wallbox lädt die Fahrzeugbatterie mit Strom aus dem Netz oder Ihrer PV-Anlage. Der Strom wird im Fahrzeug gespeichert und kann anschließend jederzeit im Haus benutzt werden, z. B. wenn Sie die Waschmaschine, den Geschirrspüler, Boiler oder einen beliebigen anderen Verbraucher einschalten. Der Strom fließt also von der Autobatterie “zurück ins Haus”, es wird auch von Rückeinspeisung gesprochen. Das E-Auto agiert wie ein Pufferspeicher bzw. ein herkömmlicher Hausspeicher.

Die Vorteile einer bidirektionalen Wallbox

Wer bidirektionales Laden richtig einsetzt, kann Strom und somit Kosten sparen. So kann das Laden des Fahrzeugakkus z. B. zeitlich so organisiert werden, dass der Ladevorgang zu Niedrigtarifzeiten erfolgt. D. h. Sie laden die Fahrzeugbatterie dann, wenn der Strom am Günstigsten ist und verbrauchen den Strom dann, wenn Sie ihn benötigen. Das hilft Kosten zu sparen und macht Sie beim Stromverbrauch flexibler.

Den größten Vorteil kann eine bidirektionale Wallbox in Kombination mit Solarstrom ausspielen. Der Fahrzeugakku kann tagsüber geladen werden, wenn die Leistung der PV-Anlage am Höchsten und der Verbrauch im Haus am Geringsten ist. Am Abend, wenn der Stromverbrauch im Haus wieder steigt, kann der Strom aus dem geladenen Fahrzeugakku bezogen und ins Haus rückeingespeist werden. Alternativ kann der gespeicherte Strom auch ins Netz eingespeist werden. Auf diesem Weg kann mit der im E-Fahrzeug zwischengespeicherten Energie sogar noch etwas dazuverdient werden.

Was eine bidirektionale Ladestation bringt:

  • Spart Stromkosten
  • Erhöht die Flexibilität
  • Ermöglicht energieautarkes Strommanagement
  • Reduziert die Abhängigkeit von Stromlieferanten
  • Ermöglicht den Verkauf des überschüssigen Stroms
  • Erhöht die Ausnutzung der PV-Anlage
  • Optimiert PV-Überschussladen
  • Vermeidet eine Überlastung des Hausanschlusses
  • Ersetzt einen Hausspeicher / Akku
  • Stellt die Stromversorgung bei einem Blackout / Stromausfall sicher
  • Garantiert hohe Zukunftssicherheit

Voraussetzungen für bidirektionales Laden

Um die Vorteile des bidirektionalen Ladens nutzen zu können, müssen unter anderem drei zentrale Bedingungen erfüllt sein:

  • Die Wallbox muss bidirektionales Laden unterstützen
  • Das Fahrzeug muss bidirektionales Laden unterstützen
  • Fahrzeug und Wallbox müssen über kompatible DC-Anschlüsse verfügen (z. B. CCS, CHAdeMo)

Hier finden Sie eine Übersicht an bidirektional ladenden Wallboxen und eine Liste mit Fahrzeugen, die bidirektionales Laden unterstützen.

Welche Wallbox ist für bidirektionales Laden geeignet?

Das Angebot bidirektionaler Ladestationen ist derzeit noch überschaubar. Zu den Wallboxen, die bidirektionales Laden bereits unterstützen, zählen z. B. die Wallbox Quasar* und Wallbox Quasar 2 und die sospeo&charge von Evtec. Die Quasar wurde so konzipiert, dass sie im privaten Bereich eingesetzt werden kann. Die ambibox von Ambicharge verfügt ebenso über ein Bidirektionalitäts-Feature. Auch von Sono Motors (Sono Wallbox), Ford & Siemens (Charge Station Pro), Mitsubishi (Dendo Drive House DDH) und VW Volkswagen wurden bereits bidirektional-ladende Ladestationen angekündigt. Auch für PV-Hersteller, wie Kostal, SMA, Fresenius, E3DC etc. könnten bidirektionale Wallboxen zukünftig ein relevanter Geschäftsbereich werden. Andere wiederum arbeiten an Lade-Controllern mit bidirektionalen Lademöglichkeiten, z. B. Vector mit dem vSECC und VSECC.single mit der Zusatzfunktion “Bidirectional Power Transfer” (BPT).

Wieviel kostet eine bidirektionale Wallbox?

Der Preis für eine bidirektionale Ladestation ist deutlich höher als für eine normale unidirektionale Wallbox. Je nach Modell können sich die Kosten für eine bidirektionale Wallbox auf mehrere tausend Euro belaufen. Da in Zukunft das Angebot an V2H-, V2B- und V2G-Ladestationen aller Wahrscheinlichkeit nach zunehmen wird, ist zukünftig mit günstigeren Preisen zu rechnen. Wie lange es allerdings dauern wird, bis die Preise für bidirektionale Wallboxen sinken und sich auf ein allgemein bezahlbares Niveau einpendeln werden, ist dahingestellt.

Wo kann man eine bidirektionale Wallbox kaufen?

Bidirektionale Wallboxen können bei unseren Partnershops gekauft werden. Die Wallbox Quasar ist z. B. bei Proshop* erhältlich. Die Auswahl an bi-direktionalen Wallboxen auf unserer Seite wird kontinuierlich erweitert. Schauen Sie in Kürze wieder vorbei – wir erweitern unser Sortiment an V2G-Wallboxen, V2H-Wallboxen und V2B-Wallboxen permanent.

Günstige bidirektionale Wallbox

Eine der günstigen Ladestationen, mit der Möglichkeit bidirektional zu laden, ist die Wallbox Quasar*. Der Preis beläuft sich derzeit auf rund € 3.300,- (exkl. USt.). Die Wallbox erreicht in beide Richtungen eine Leistung von einphasig 7,4 kW (32 A). Die Ladeleistung kann zwischen 1,4 kW (6 A) und 7,4 kW (32 A) geregelt werden. Die Bedienung kann über App und Webportal erfolgen. Das Be- und Entladen kann über ein 5 Meter langes Kabel mit CHAdeMo-Stecker (später auch CCS) erfolgen. Der Start des Ladevorgangs kann per RFID oder Gesichtserkennung freigegeben werden. Eine Gestensteuerung ist ebenso möglich. Die Wallbox zeichnet sich durch umfangreiche Konnektivitätsfeatures aus, dazu zählen WLAN / WiFi, Ethernet / LAN, Bluetooth, mobile Daten / 3G / 4G.

Welche Leistung bzw. wieviel kW soll eine bidirektionale Wallbox haben?

Die optimale Ladeleistung einer bidirektionalen Ladestation richtet sich nach der maximal möglichen Ladeleistung des Fahrzeugs und danach, auf welchen Ladestrom der Hausanschluss abgesichert ist. In den meisten Fällen ist eine bidirektionale Wallbox mit 7,4 kW, 11 kW oder 22 kW praktikabel.

Was ist das Gegenteil von bidirektional?

Das Gegenteil von bidirektional ist unidirektional, was bedeutet, dass der Stromfluss nur in eine Richtung möglich ist. In der Regel ist damit gemeint, dass ein Fahrzeug Strom aus dem Netz beziehen, aber gespeicherte Energie nicht mehr zurückliefern kann. Derzeit sind am Markt vor allem unidirketionale Wallboxen erhältlich.

Was bedeutet V2H (Vehice-to-Home)?

V2H steht für Vehicle-to-Home (engl.) und bedeutet auf Deutsch sinngemäß “vom Fahrzeug ins Haus”. V2H ist ein Anwendungsbeispiel für eine bidirektionale Wallbox, bei dem der im Fahrzeug gespeicherte Strom im Haus genutzt wird. Der Begriff V2H bezieht sich dabei meistens auf die Anwendung in Privathaushalten (z. B. Einfamilienhäuser, Zweifamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Wohngemeinschaften). Der aus dem Fahrzeug bezogene Strom wird ins Hausstromnetz eingespeist und kann von unterschiedlichen Verbrauchern im Eigenheim genutzt werden, dazu zählen z. B. Raumbeleuchtung, Herd, Waschmaschine, Computer, TV-Geräte, Ladegeräte und weitere Verbraucher. Alternativ kann der im E-Auto gespeicherte Strom auch in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden (Vehicle-to-Grid, V2G).

Was bedeutet V2B (Vehice-to-Building)?

V2H steht für Vehicle-to-Building (engl.) und bedeutet auf Deutsch sinngemäß “vom Fahrzeug ins Gebäude”. Während sich V2H konkret auf ein Wohngebäude bezieht, lässt der Begriff V2B offen, um welchen Gebäudetyp es sich dabei handelt. Unter Vehicle-to-Building können also unterschiedliche Gebäudearten fallen, z. B. Gewerbe-/Industriegebäude, Hallen, Firmengebäude, Wohngebäude, Mehrfamilienhäuser etc. Sobald Strom aus der Fahrzeugbatterie in ein Gebäude (rück-)eingespeist wird, kann von V2B gesprochen werden.

Was bedeutet V2G (Vehice-to-Grid)?

V2G steht für Vehicle-to-Grid (engl.) und bedeutet auf Deutsch sinngemäß “vom Fahrzeug ins Stromnetz”, wobei darunter in der Regel die (Rück-)Einspeisung das öffentliche Versorgernetz verstanden wird. So können z. B. Netzschwankungen ausgeglichen und drohende Stromausfälle verhindert werden. V2G kann also, vorausgesetzt es wird korrekt umgesetzt, zur Netzstabilität beitragen. Aber auch für den privaten oder betrieblichen Anwender ist V2G interessant, da mit der Einspeisung des Stroms aus dem Fahrzeug ins öffentliche Netz Geld verdient werden kann. Energiewirtschaftlich gesehen, kann ein gut ausgebautes, intelligentes Vehicle-to-Grid-System die Energieautarkie von Gemeinden, kleinen Inseln, Siedlungen, Kommunen, Städten und ganzen Ländern unterstützen.

Was bedeutet V2X (Vehice-to-X)?

V2X steht für Vehicle-to-Everything (engl.) und bedeutet auf Deutsch sinngemäß “vom Fahrzeug zu einem beliebigen System”. Im Gegensatz zu V2H und V2G geht es bei V2X nicht nur um die Versorgung von Infrastrutkur mit Strom aus der Fahrzeugbatterie, sondern generell um die Kommunikationsfähigkeit des Fahrzeug mit beliebigen Systemen (z. B. anderen Fahrzeugen, Verkehrsinformationssystemen etc.). Der Begriff V2X bezeichnet ein intelligentes Verkehrssystem, bei dem alle Verkehrsteilnehmer und die gesamte Infrastruktur miteinander verbunden sind. Durch die Vernetzung zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur können z. B. der Verkehrsfluss optimiert, Abgase reduziert und die Anzahl an Unfällen reduziert werden.

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