Inhalt:
- Überblick: Ladeverluste bei E-Autos
- E-Auto Ladeverluste auf einen Blick
- Was sind E-Auto Ladeverluste?
- Wo entstehen Ladeverluste beim Elektroauto?
- AC- oder DC-Laden: Wo entstehen die Verluste?
- E-Auto Ladeverluste beim Laden an der Wallbox
- E-Auto Ladeverluste an der Schuko-Steckdose
- Ladeverluste beim PV-Überschussladen
- Ladeverluste beim DC-Schnellladen
- Wie hoch sind E-Auto Ladeverluste in der Praxis?
- Was kosten E-Auto Ladeverluste?
- Wie berechnet man Ladeverluste beim E-Auto?
- Warum sind Ladeverluste bei niedriger Ladeleistung höher?
- Ist 22 kW Laden effizienter als 11 kW?
- Sind Ladeverluste beim Schnellladen höher als beim Wallbox-Laden?
- So lassen sich E-Auto Ladeverluste reduzieren
- Welche Ladeart verursacht die geringsten Ladeverluste?
- E-Auto Ladeverluste: Wallbox, Steckdose oder DC?
- Häufige Fragen zu E-Auto Ladeverlusten
- E-Auto Ladeverluste richtig einordnen
Überblick: Ladeverluste bei E-Autos
Beim Laden eines Elektroautos kommt nicht die gesamte Energie, die aus dem Stromnetz bezogen wird, in der Batterie an. Ein Teil geht beim Ladevorgang verloren. Diese sogenannten Ladeverluste entstehen unter anderem durch die Umwandlung von Wechselstrom in Gleichstrom, die Leistungselektronik, das Batteriemanagement, die Temperierung der Batterie sowie elektrische Widerstände in Kabeln und Leitungen.
Wie hoch die E-Auto Ladeverluste tatsächlich sind, hängt von mehreren Faktoren ab. Besonders wichtig sind die Ladeart, die Ladeleistung, das Fahrzeug, die Batterietemperatur und die Dauer des Ladevorgangs.
Aktuelle Messungen (z. B. des ADAC) zeigen deutliche Unterschiede: Beim Laden an einer Haushaltssteckdose mit 2,3 kW wurden bei fünf getesteten Elektroautos Ladeverluste von ca. 13 bis 24 % gemessen. Beim Laden an einer Wallbox mit maximaler AC-Ladeleistung lagen die Verluste dagegen bei 5 bis 7,0 %. Beim DC-Laden an der Ladesäule fallen je nach Bedingungen insgesamt etwa 5 bis 15 % Ladeverluste an.
Die Ladeverluste beim Laden eines E-Autos lassen sich also nicht auf einen fixen Betrag reduzieren. Wieviel Strom beim Laden tatsächlich verloren geht, hängt von der jeweiligen Ladesituation ab.
E-Auto Ladeverluste auf einen Blick
Die folgende Übersicht zeigt die Ladeverluste je nach Ladesituation, basierend auf aktuellen Messungen des ADAC:
| Ladesituation | Ladeleistung / Bedingung | Ladeverluste |
|---|---|---|
| Schuko-Steckdose | 2,3 kW | 12,7–24,2 % |
| Wallbox | maximale AC-Ladeleistung (11 kW | 22 kW) | 5,1–7,0 % |
| PV-Überschuss / reduzierte AC-Leistung | abhängig von Fahrzeug und Leistung | 8,0–12,8 % |
| DC-Schnellladen | abhängig von Temperatur und Fahrzeug | ca. 5–15 % |
Die Werte sind keine allgemeingültigen Normwerte für jedes Elektroauto, sondern Messergebnisse beziehungsweise Orientierungswerte. Gerade die Unterschiede zwischen Fahrzeugen zeigen, wie stark die verwendete Technik den Ladeverlust beeinflusst.
Was sind E-Auto Ladeverluste?
Unter Ladeverlusten versteht man die Differenz zwischen der Energie, die zum Laden aus dem Stromnetz bezogen wird, und der Energiemenge, die tatsächlich in der Hochvoltbatterie gespeichert wird.
Ein einfaches Beispiel:
Sie beziehen 100 kWh aus dem Stromnetz. Davon kommen beispielsweise 90 kWh in der Batterie an.
Dann betragen die Ladeverluste:
100 kWh – 90 kWh = 10 kWh
Der Ladeverlust beträgt in diesem Fall 10 %.
Wichtig ist dabei die Betrachtungsweise: Der Ladeverlust wird üblicherweise auf die aus dem Stromnetz bezogene Energie bezogen.
Warum ist das wichtig?
Für die Stromrechnung zählt die Energie, die tatsächlich aus dem Netz bezogen wird. Das Info-System oder die App eines Elektroautos kann dagegen eine geringere Energiemenge anzeigen, weil die während des Ladevorgangs verlorene Energie dort nicht als nutzbare Batteriekapazität ankommt.
Deshalb sollten Sie bei der Berechnung der tatsächlichen Ladekosten immer den Strombezug am Ladepunkt beziehungsweise Stromzähler berücksichtigen.
Wo entstehen Ladeverluste beim Elektroauto?
Ladeverluste entstehen an mehreren Stellen. Es gibt deshalb nicht den einen „Verlustverursacher“.
| Ursache | Bedeutung | Warum entstehen Verluste? |
|---|---|---|
| On-Board-Charger | besonders beim AC-Laden relevant | Umwandlung von Wechselstrom (AC) in Gleichstrom (DC) |
| Fahrzeugelektronik | besonders bei langen Ladevorgängen relevant | Steuergeräte und Batteriemanagement benötigen Energie |
| Batterie | abhängig vom Fahrzeug | elektrische und elektrochemische Verluste |
| Thermomanagement | besonders beim DC-Laden relevant | Batterie muss gegebenenfalls geheizt oder gekühlt werden |
| Ladekabel und Leitungen | meist geringer | elektrischer Widerstand erzeugt Wärme |
| Ladesäule | besonders beim DC-Laden relevant | Leistungselektronik benötigt Energie und verursacht Umwandlungsverluste |
Der Anteil der einzelnen Verlustquellen verändert sich abhängig von Fahrzeug, Ladeleistung, Temperatur und Ladezustand.
Der On-Board-Charger
Beim AC-Laden kommt Wechselstrom (AC) aus dem Stromnetz. Die Batterie des Elektroautos benötigt jedoch Gleichstrom (DC). Deshalb übernimmt der On-Board-Charger, also das im Fahrzeug integrierte Ladegerät, die Umwandlung von AC in DC. Diese Umwandlung ist nicht vollständig verlustfrei. Ein Teil der Energie wird beispielsweise als Wärme abgegeben. Deshalb spielt der On-Board-Charger eine wichtige Rolle bei den E-Auto Ladeverlusten.
Fahrzeugelektronik und Nebenverbraucher
Während des Ladevorgangs ist das Elektroauto nicht vollständig abgeschaltet. Batteriemanagement, Steuergeräte, Kommunikation und weitere Systeme benötigen weiterhin Energie.
Der ADAC ermittelte für die während des Ladevorgangs aktiven Nebenverbraucher Größenordnungen von etwa 100 bis 300 Watt.
Das wird vor allem bei niedriger Ladeleistung relevant. Wenn ein Elektroauto beispielsweise mit nur 2,3 kW lädt, dauert der Ladevorgang sehr lange. Die Nebenverbraucher sind entsprechend lange aktiv.
Bei 11 kW wird dieselbe Energiemenge wesentlich schneller geladen.
Das führt zu einer wichtigen Erkenntnis: Langsameres Laden ist nicht automatisch sparsamer.
Batterie und Thermomanagement / Vorkonditionierung
Auch die Batterie selbst verursacht Verluste. Zusätzlich kann das Fahrzeug Energie für die Kühlung oder Erwärmung der Batterie benötigen.
Dieser Faktor spielt insbesondere beim DC-Schnellladen eine wichtige Rolle, weil dort mit sehr hohen Ladeleistungen gearbeitet wird. Bei einer kalten Batterie muss unter Umständen zunächst Wärme zugeführt werden. Bei hohen Temperaturen kann dagegen Kühlung erforderlich sein.

AC- oder DC-Laden: Wo entstehen die Verluste?
Der wesentliche Unterschied zwischen AC- und DC-Laden liegt darin, an welcher Stelle die Umwandlung von Wechselstrom in Gleichstrom stattfindet.
- Wallbox: Beim AC-Laden an der Wallbox übernimmt das Elektroauto diese Aufgabe.
- Schnellladesäule: Beim DC-Laden an der Schnellladestation übernimmt die Schnellladesäule die Umwandlung. Das Fahrzeug erhält bereits Gleichstrom, der direkt für die Batterie verwendet werden kann.
| AC-Laden | DC-Laden | |
|---|---|---|
| Strom aus dem Netz | Wechselstrom (AC) | Wechselstrom (AC) |
| AC/DC-Umwandlung | im Fahrzeug | in der Ladesäule |
| Hauptkomponente | On-Board-Charger | Leistungselektronik der Ladesäule |
| Typischer Einsatz | Zuhause, Arbeitsplatz | Langstrecke, unterwegs |
| Ladeleistung | meist bis 11 bzw. 22 kW | deutlich höher möglich |
| Besonders relevante Faktoren | Ladeleistung, On-Board-Charger, Ladezeit | Batterietemperatur, Thermomanagement, Ladesäule |
Beim DC-Laden verschwindet der Umwandlungsverlust des On-Board-Chargers also nicht einfach. Die Umwandlung findet lediglich an einer anderen Stelle statt.
E-Auto Ladeverluste beim Laden an der Wallbox
Das Laden an einer Wallbox ist für das regelmäßige Laden zu Hause in der Regel die effizienteste AC-Lösung.
Aktuelle ADAC-Messungen zeigen bei maximaler AC-Ladeleistung der getesteten Fahrzeuge Ladeverluste von 5,1 bis 7,0 %. Zum Vergleich: An der Schuko-Steckdose lagen die Verluste bei denselben beziehungsweise vergleichbaren Testbedingungen deutlich höher.
Besonders wichtig ist die Ladeleistung. Wird ein Elektroauto unnötig langsam geladen, verlängert sich die Ladezeit. Dadurch bleiben die elektrischen Systeme des Fahrzeugs länger aktiv.
11 kW oder 22 kW?
Eine 22-kW-Wallbox verursacht nicht automatisch geringere Ladeverluste als eine 11-kW-Wallbox. Entscheidend ist zunächst, welche AC-Ladeleistung das Fahrzeug tatsächlich aufnehmen kann. Ein Elektroauto mit einem 11-kW-On-Board-Charger lädt auch an einer 22-kW-Wallbox maximal mit 11 kW.
Eine höhere Ladeleistung kann die relativen Ladeverluste jedoch reduzieren, wenn dadurch die Ladedauer verkürzt wird.
Mehr Informationen finden Sie in unserem Beitrag zum Thema Ladeverluste beim Laden an Wallboxen. Dort werden unter anderem 11 kW, 22 kW, einphasiges und dreiphasiges Laden sowie die finanziellen Auswirkungen ausführlich behandelt.
E-Auto Ladeverluste an der Schuko-Steckdose
Die Haushaltssteckdose ist die ungünstigste der üblichen AC-Lademöglichkeiten, wenn es um Ladeverluste und die regelmäßige Belastung der Elektroinstallation geht. Der ADAC hat fünf Elektroautos mit 2,3 kW an einer Haushaltssteckdose geladen. Dabei lagen die Ladeverluste zwischen 12,7 und 24,2 %. Zum Vergleich: Beim Laden mit maximaler AC-Leistung an einer Wallbox (siehe oben) lagen die Verluste bei den getesteten Fahrzeugen nur zwischen 5,1 und 7,0 %.
Warum sind die Verluste an der Steckdose so hoch?
Der wichtigste Grund ist die geringe Ladeleistung.
Bei 2,3 kW dauert das Laden großer Energiemengen viele Stunden. Während dieser Zeit benötigt das Fahrzeug weiterhin Energie für Batteriemanagement und andere Systeme. Hinzu kommen mögliche Leitungsverluste in der Hausinstallation.
Auch die Sicherheit ist ein wichtiger Aspekt: Eine normale Schuko-Steckdose ist nicht als dauerhafte Hochlast-Ladeeinrichtung für ein Elektroauto konzipiert.
Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Ladeverluste beim Laden an Steckdosen. Darin behandeln wir ausführlich die Ladeverluste bei 2,3 und 3,7 kW, die Kosten, Leitungsverluste, die Problematik der Schuko-Steckdose sowie mobile Wallboxen als Alternative.
Ladeverluste beim PV-Überschussladen
PV-Überschussladen ist eine besonders interessante Form des AC-Ladens. Dabei wird möglichst viel überschüssiger Solarstrom genutzt, um das Elektroauto zu laden. Allerdings kann der prozentuale Ladeverlust beim PV-Überschussladen höher ausfallen als beim Laden mit maximaler Ladeleistung.
Der Grund liegt in der häufig niedrigeren Ladeleistung. Wenn beispielsweise nur ein kleiner PV-Überschuss zur Verfügung steht, lädt das Fahrzeug entsprechend langsam. Die Fahrzeugelektronik bleibt während der langen Ladezeit aktiv.
Die aktuellen ADAC-Messungen ergaben beim Laden mit reduzierter Leistung (4,1 kW dreiphasig) ca. 8,0 bis 12,8 % Ladeverlust bei den fünf getesteten Fahrzeugen.
Das bedeutet aber nicht, dass PV-Überschussladen unwirtschaftlich ist. Wenn kostenlos beziehungsweise sehr günstig verfügbarer eigener Solarstrom genutzt wird, kann sich das Laden trotz höherer prozentualer Ladeverluste lohnen.
Finanziell gesehen ist daher nicht nur der Ladeverlust entscheidend, sondern der Preis der eingesetzten Energie (also die Stromkosten bzw. die entgangene Einspeisevergütung).
Ladeverluste beim DC-Schnellladen
Beim DC-Schnellladen entstehen ebenfalls Energieverluste. Die aktuellen ADAC-Messungen zeigen je nach Fahrzeug und Bedingungen Gesamtverluste von etwa 5 bis 15 %.
Interessant ist die Verteilung der Verluste.
Die Umwandlungsverluste der Schnellladesäule lagen beim ADAC im Mittel bei etwa 3 %. Die Batterietemperierung konnte zusätzliche 2 bis 8 % verursachen. Damit ist die Batterietemperatur beim DC-Laden ein besonders wichtiger Faktor.
Vorkonditionierung der Batterie
Ist die Batterie kalt, kann sie die maximale Ladeleistung unter Umständen nicht aufnehmen. Das Fahrzeug muss die Batterie deshalb zunächst erwärmen. Bei hohen Temperaturen kann dagegen eine Kühlung notwendig sein. Viele moderne Elektroautos können die Batterie vor einem geplanten Schnellladestopp (per Navi) automatisch vorkonditionieren.
Die ADAC-Messungen zeigen, welchen Unterschied das machen kann. Beim Tesla Model Y lagen die Ladeverluste bei 0 °C mit Vorkonditionierung bei 4 %, ohne Vorkonditionierung dagegen bei 10 %.
Die Vorkonditionierung ist deshalb vor allem dann sinnvoll, wenn:
- die Außentemperatur niedrig ist,
- ein DC-Schnellladestopp geplant ist,
- möglichst schnell geladen werden soll,
- die maximale Ladeleistung des Fahrzeugs genutzt werden soll.
Mehr Informationen finden Sie in unserem Beitrag Ladeverluste beim DC-Laden.
Wie hoch sind E-Auto Ladeverluste in der Praxis?
Es gibt keinen einzigen Wert, der für alle Elektroautos und Ladesituationen gilt. Die aktuellen Messwerte zeigen vielmehr eine große Bandbreite:
| Ladesituation | Ladeverluste |
|---|---|
| Schuko, 2,3 kW | 12,7–24,2 % |
| Wallbox, maximale AC-Ladeleistung | 5,1–7,0 % |
| Reduziertes AC-Laden / PV-Überschuss | 8,0–12,8 % |
| DC-Schnellladen | etwa 5–15 % |
Ladeverluste unterscheiden sich auch je nach Fahrzeug
Diese Zahlen sollten als Orientierung und Messergebnisse konkreter Tests verstanden werden, nicht als garantierte Werte für jedes Fahrzeug. Das eigene Fahrzeug kann aufgrund eines anderen On-Board-Chargers, anderer Software, anderer Batterie- und Thermomanagementsysteme oder einer anderen Ladesituation abweichende Werte erreichen.
Ladeverluste bei ausgewählten Fahrzeugen
Die Ladeverluste unterscheiden sich je nach Fahrzeug. Nicht alle Fahrzeuge verhalten sich hinsichtlich der Ladeverluste beim AC-Laden, DC-Laden oder beim Laden an der Steckdose gleich. Hier haben wir die Ladeverluste für einige E-Autos genauer beschrieben:
- Ladeverluste beim VW ID.3
- Ladeverluste beim Tesla Model 3
- Ladeverluste beim Hyundai IONIQ 5
- Ladeverluste beim Peugeot e-2008
Was kosten E-Auto Ladeverluste?
Das Hauptproblem an Ladeverlusten ist, dass sie zusätzliche Stromkosten verursachen. Nehmen wir an, dass 100 kWh tatsächlich in der Batterie ankommen sollen und der Strompreis 40 Cent/kWh beträgt.
| Ladeverlust | Strombezug | Kosten | Mehrkosten durch Ladeverlust |
|---|---|---|---|
| 5 % | 105,3 kWh | 42,11 € | 2,11 € |
| 7 % | 107,5 kWh | 43,01 € | 3,01 € |
| 10 % | 111,1 kWh | 44,44 € | 4,44 € |
| 15 % | 117,6 kWh | 47,06 € | 7,06 € |
| 20 % | 125,0 kWh | 50,00 € | 10,00 € |
| 24,2 % | 132,0 kWh | 52,80 € | 12,80 € |
Je größer der jährliche Energiebedarf, desto stärker wirken sich die Ladeverluste auf die Stromrechnung aus.
Beispiel: 3.000 kWh pro Jahr
Angenommen, über das Jahr sollen 3.000 kWh tatsächlich in der Batterie ankommen und der Strompreis beträgt 40 Cent/kWh.
- Bei 5 % Ladeverlust werden rund 3.158 kWh aus dem Stromnetz benötigt.
- Bei 7 % sind es rund 3.226 kWh.
- Bei 10 % sind es rund 3.333 kWh.
- Bei 12 % sind es rund 3.409 kWh.
Das entspricht:
| Ladeverlust | Strombezug | Stromkosten |
|---|---|---|
| 5 % | ca. 3.158 kWh | ca. 1.263 € |
| 7 % | ca. 3.226 kWh | ca. 1.290 € |
| 10 % | ca. 3.333 kWh | ca. 1.333 € |
| 12 % | ca. 3.409 kWh | ca. 1.364 € |
Zwischen 5 und 12 % Ladeverlust liegen in diesem Beispiel rund 101 € zusätzliche Stromkosten pro Jahr.
Wie berechnet man Ladeverluste beim E-Auto?
Die Ladeverluste lassen sich relativ einfach berechnen.
Formel:
Ladeverlust in % = (Strombezug – Energie in der Batterie) ÷ Strombezug × 100
Hier ein einfaches Beispiel für die Berechnung von Ladeverlusten:
Sie beziehen 55 kWh aus dem Stromnetz und davon kommen 50 kWh in der Batterie an.
(55 – 50) ÷ 55 × 100 = 9,1 %
Der Ladeverlust beträgt also rund 9,1 %.
Für eine möglichst realistische Messung sollten Sie den Strombezug am Ladepunkt beziehungsweise Stromzähler und die tatsächlich geladene Energiemenge miteinander vergleichen.
Warum sind Ladeverluste bei niedriger Ladeleistung höher?
Eine der wichtigsten Erkenntnisse rund um E-Auto Ladeverluste ist der Einfluss der Ladeleistung. Nehmen wir an, ein Fahrzeug muss 20 kWh laden. Bei einer hohen Ladeleistung ist der Vorgang relativ schnell abgeschlossen. Bei einer niedrigen Ladeleistung dauert er wesentlich länger. Die elektrischen Systeme des Fahrzeugs benötigen aber während des gesamten Ladevorgangs Energie.
Dies zeigt einen wichtigen Zusammenhang:
Niedrige Ladeleistung → längere Ladezeit → Nebenverbraucher länger aktiv → höhere relative Ladeverluste
Deshalb ist eine niedrige Ladeleistung nicht automatisch besonders effizient. Das erklärt auch, warum das Laden an der Schuko-Steckdose gegenüber dem Laden an einer Wallbox so deutlich schlechter abschneiden kann.
Ist 22 kW Laden effizienter als 11 kW?
Nicht automatisch. Die Ladeleistung wird immer durch das Fahrzeug begrenzt. Unterstützt Ihr Elektroauto beispielsweise maximal 11 kW AC, kann es auch an einer 22-kW-Wallbox nicht schneller laden.
Wenn das Fahrzeug 22 kW aufnehmen kann, kann die höhere Ladeleistung die Ladezeit verkürzen. Dadurch können zeitabhängige Nebenverbraucher weniger lange aktiv sein.
Ob sich die höhere Ladeleistung im konkreten Fall tatsächlich in geringeren Ladeverlusten niederschlägt, hängt jedoch vom Fahrzeug und den Betriebsbedingungen ab.
Sind Ladeverluste beim Schnellladen höher als beim Wallbox-Laden?
Eine pauschale Antwort ist nicht möglich. Der ADAC ermittelte beim AC-Laden an der Wallbox bei maximaler Ladeleistung 5,1 bis 7,0 % und beim DC-Laden insgesamt etwa 5 bis 15 %. DC-Laden kann also durchaus sehr effizient und oft auch effizienter als AC-Laden sein.
Allerdings spielt beim Schnellladen die Batterietemperatur eine größere Rolle. Eine kalte oder sehr warme Batterie kann zusätzliche Energie für das Thermomanagement benötigen.
Für das tägliche Laden zu Hause ist eine Wallbox deshalb in der Regel die sinnvollere Lösung. Für schnelles Nachladen auf längeren Strecken ist DC-Laden dagegen unverzichtbar.
So lassen sich E-Auto Ladeverluste reduzieren
Ladeverluste können nicht vollständig vermieden werden. Mit einigen Maßnahmen lassen sie sich jedoch begrenzen.
1. Für das regelmäßige Laden eine Wallbox verwenden
Eine Wallbox ermöglicht höhere Ladeleistungen als eine Haushaltssteckdose und ist für das regelmäßige Laden eines Elektroautos ausgelegt. Aktuelle Messungen zeigen einen klaren Effizienzvorteil.
2. Nicht unnötig langsam laden
Wenn keine Notwendigkeit besteht, sollte die Ladeleistung nicht unnötig stark reduziert werden. Eine höhere Ladeleistung verkürzt die Ladedauer und kann dadurch den relativen Anteil zeitabhängiger Nebenverbraucher reduzieren.
3. Fahrzeug und Wallbox aufeinander abstimmen
Eine leistungsfähige Wallbox bringt nur dann einen praktischen Vorteil, wenn das Elektroauto die entsprechende Ladeleistung auch aufnehmen kann.
4. Beim DC-Laden die Batterie vorkonditionieren
Bei kalten Temperaturen kann die Vorkonditionierung dazu beitragen, Ladeleistung und Ladeeffizienz zu verbessern. Wenn das Fahrzeug diese Funktion unterstützt, sollte vor einem geplanten Schnellladestopp möglichst die automatische Vorkonditionierung genutzt werden.
5. Schnellladen strategisch einsetzen
DC-Schnellladen ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine große Energiemenge in kurzer Zeit benötigt wird. Für das regelmäßige Laden zu Hause ist AC-Laden an einer Wallbox meist die wirtschaftlichere Lösung.

6. Nicht unnötig bis 100 % schnellladen
Bei vielen Elektroautos sinkt die Ladeleistung mit zunehmendem Ladezustand deutlich. Auf der Langstrecke kann es deshalb sinnvoller sein, nur so viel Energie nachzuladen, wie für die nächste Etappe benötigt wird.
7. PV-Überschussladen intelligent steuern
Beim PV-Laden kann eine intelligente Steuerung helfen, den verfügbaren Solarstrom möglichst effizient zu nutzen. Wichtig ist hier, dass Sie eine Wallbox zum PV-Überschussladen verwenden. Dabei sollte allerdings berücksichtigt werden, dass sehr niedrige Ladeleistungen die relativen Ladeverluste erhöhen können.
8. Ladeverluste bei den Stromkosten berücksichtigen
Für eine realistische Kostenrechnung sollten nicht ausschließlich die Verbrauchswerte des Fahrzeugs verwendet werden. Entscheidend ist die tatsächlich aus dem Stromnetz bezogene Energiemenge.
Welche Ladeart verursacht die geringsten Ladeverluste?
Eine allgemeingültige Rangliste gibt es nicht, weil Fahrzeug, Ladeleistung und Temperatur eine entscheidende Rolle spielen.
Für die Praxis lässt sich aber eine klare Empfehlung ableiten:
- Für regelmäßiges Laden zu Hause: Wallbox
- Für gelegentliches Notladen: Schuko-Steckdose
- Für schnelles Nachladen auf Langstrecken: DC-Schnellladen
- Für selbst erzeugten Solarstrom: intelligentes PV-Überschussladen
E-Auto Ladeverluste: Wallbox, Steckdose oder DC?
Die wichtigsten Unterschiede lassen sich so zusammenfassen:
| Schuko-Steckdose | Wallbox | DC-Schnellladen | |
|---|---|---|---|
| Stromart am Fahrzeug | AC | AC | DC |
| Typische Leistung | bis 2,3 kW | 11 bzw. 22 kW | deutlich höher |
| Ladezeit | sehr lang | mittel | kurz |
| Ladeverluste | hoch | vergleichsweise niedrig | etwa 5–15 % |
| Hauptproblem | lange Ladezeit | Fahrzeugabhängigkeit | Temperaturmanagement |
| Für zuhause | nur Notlösung | empfehlenswert | unüblich |
| Für Langstrecke | ungeeignet | selten | ideal |
Häufige Fragen zu E-Auto Ladeverlusten
Wie hoch sind die Ladeverluste bei einem E-Auto?
Die Ladeverluste hängen stark von Fahrzeug und Ladesituation ab. Aktuelle ADAC-Messungen zeigen beispielsweise 12,7 bis 24,2 % an der Schuko-Steckdose, 5,1 bis 7,0 % an einer Wallbox bei maximaler AC-Ladeleistung und etwa 5 bis 15 % beim DC-Laden.
Wie viel Strom verliert ein Elektroauto beim Laden?
Das hängt von der Ladeart und vom Fahrzeug ab. Ein pauschaler Prozentwert ist deshalb nicht sinnvoll. Beim Laden an einer Wallbox können die Verluste deutlich geringer sein als an einer Haushaltssteckdose.
Warum hat ein E-Auto Ladeverluste?
Die Energieverluste entstehen unter anderem durch die Umwandlung von AC in DC, elektrische Widerstände, die Fahrzeugelektronik sowie die Erwärmung oder Kühlung der Batterie.
Sind 10 % Ladeverlust normal?
10 % können unter bestimmten Bedingungen durchaus vorkommen. Ob dieser Wert für ein bestimmtes Fahrzeug normal ist, hängt von Ladeart, Ladeleistung, Temperatur und Ladezustand ab. Beim Laden an der herkömmlichen Steckdose liegen die Ladeverluste in der Regel sogar deutlich darüber.
Warum sind Ladeverluste an der Steckdose so hoch?
Die geringe Ladeleistung verlängert den Ladevorgang erheblich. Dadurch benötigen die Fahrzeugelektronik und andere Nebenverbraucher über einen längeren Zeitraum Energie.
Ist Laden mit 11 kW effizienter als mit 2,3 kW?
In vielen Fällen ja. Die höhere Ladeleistung verkürzt die Ladezeit und kann dadurch den relativen Anteil zeitabhängiger Nebenverbraucher reduzieren.
Sind 22 kW beim Laden besser als 11 kW?
Nicht automatisch. Das Elektroauto muss 22 kW AC überhaupt unterstützen. Außerdem hängt die Effizienz vom konkreten Fahrzeug und den Betriebsbedingungen ab.
Wie hoch sind die Ladeverluste beim DC-Schnellladen?
Der ADAC ermittelte beim DC-Laden je nach Fahrzeug und Bedingungen insgesamt etwa 5 bis 15 %.
Was bringt die Vorkonditionierung?
Die Vorkonditionierung bringt die Batterie vor dem Schnellladen auf eine geeignete Temperatur. Das kann insbesondere bei kalten Temperaturen die Ladeleistung verbessern und Ladeverluste reduzieren.
Wie kann ich die Ladeverluste meines E-Autos selbst messen?
Vergleichen Sie die aus dem Stromnetz bezogene Energie mit der Energiemenge, die laut Fahrzeug beziehungsweise Ladegerät in die Batterie gelangt. Aus der Differenz lässt sich der Ladeverlust berechnen.
Sind Ladeverluste beim PV-Überschussladen höher?
Sie können höher sein, wenn mit sehr geringer Leistung geladen wird. Die ADAC-Messungen ergaben beim reduzierten AC-Laden 8,0 bis 12,8 %.
Lohnt sich PV-Überschussladen trotz Ladeverlusten?
Ja, denn nicht nur der Ladeverlust entscheidet über die Wirtschaftlichkeit. Wenn eigener Solarstrom genutzt wird, kann das Laden trotz etwas höherer relativer Verluste wirtschaftlich attraktiv sein.
E-Auto Ladeverluste richtig einordnen
E-Auto Ladeverluste sind unvermeidbar, aber ihre Höhe lässt sich beeinflussen. Entscheidend sind vor allem die Ladeart, die Ladeleistung, das Fahrzeug, die Batterietemperatur und die Dauer des Ladevorgangs.
Die aktuellen ADAC-Messungen zeigen, wie groß die Unterschiede sein können: 12,7 bis 24,2 % an der Schuko-Steckdose, 5,1 bis 7,0 % an der Wallbox bei maximaler AC-Ladeleistung und etwa 5 bis 15 % beim DC-Schnellladen.
Für das regelmäßige Laden zu Hause ist deshalb die Wallbox die beste Lösung. Die Haushaltssteckdose sollte aufgrund der langen Ladezeiten, der höheren Ladeverluste und der dauerhaften Belastung der Installation nur als Notlösung betrachtet werden.
Beim DC-Schnellladen ist dagegen vor allem die Batterietemperatur entscheidend. Wer bei niedrigen Temperaturen die Vorkonditionierung nutzt, kann die Ladebedingungen verbessern und teilweise deutlich geringere Ladeverluste erreichen.
Die wichtigste Faustregel lautet:
E-Auto Ladeverluste lassen sich am besten reduzieren, indem Sie die passende Ladeart und Ladeleistung wählen, unnötig langsames Laden vermeiden und beim DC-Schnellladen auf eine geeignete Batterietemperatur achten.
Wer seine tatsächlichen Stromkosten kennen möchte, sollte außerdem nicht nur auf den Verbrauch des Fahrzeugs schauen, sondern immer berücksichtigen, wie viel Energie tatsächlich aus dem Stromnetz bezogen wurde.

